Konjunkturprognostiker unter Panik: Kommentar



DIW-Konjunkturbarometer Oktober 2008

Wachstum im vierten Quartal: Wirtschaft fasst langsam wieder Tritt

Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für das Jahresende ein leichtes Anziehen der Wirt-
schaftsleistung. Nach der rücklaufigen Entwicklung um die Jahresmitte herum wird im Iaufenden
vierten Quartal ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (bereinigt um Saison- und Kalender-
effekte) von 0,3 Prozent erwartet.

Maβgeblich zur Stabilisierung der Wirtschaftlichen Entwicklung tragt bei, dass die zuletzt recht
kraftig ausgefallene Kontraktion im Produzierenden Gewerbe gestoppt ist. Nach der deutlichen
Abkühlung im Vorquartal ist in den Bereichen auβerhalb des Baugewerbes mit einem Zuwachs
von 0,1 Prozent zu rechnen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Produktion von den abzu-
arbeitenden Auftragsbestanden zehrt. Die Erholung bei den Auftragseingangen im August (ins-
besondere bei den Investitionsgüterproduzenten) ist zwar ein ermunterndes Signal, der zuletzt
deutlich abwarts gerichtete Trend ist damit aber noch nicht gebrochen. Die Wirtschaftsleistung
im Baugewerbe wird mit 0,3 Prozent etwas starker zulegen als das übrige Produzierende Ge-
werbe. Unter den Dienstleistungssektoren deutet sich für den Bereich Handel, Gaststatten und
Verkehr mit einem Plus von 0,6 Prozent die dynamischste Entwicklung an. Die übrigen Bereiche
legen mit 0,5 Prozent (unternehmensnahe Dienstleistungen) und 0,2 Prozent (offentliche und
private Dienstleistungen) zu.

„Die Realwirtschaft zeigt sich damit insgesamt recht robust gegenüber der derzeitigen Krise
im Finanzsektor“, so DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Gleichwohl gehen von den andau-
ernden Turbulenzen auf den Finanzmarkten erhebliche Risiken für den weiteren konjunkturellen
Verlauf aus. Diese liegen für Deutschland indes weniger in einer Kreditverknappung für den
Nichtbankensektor als vielmehr in der Verunsicherung der Konsumenten und Investoren über
die weitere Entwicklung hierzulande und in wichtigen Partnerlandern. Bislang haben die kom-
fortablen Auftragspolster und die durch die günstige Gewinnentwicklung der letzten Jahre ver-
besserte Kapitalbasis der Unternehmen deren Widerstandsfahigkeit gekraftigt. „Deutschland
ist aber keine ,,Teflon-Okonomie'', sondern wie jede moderne Volkswirtschaft auf funktionsfahige
Finanzmarkte angewiesen. Die Bereinigung der Vertrauenskrise und die Rückkehr zur Normalitat
sind daher dringend geboten, um Schaden von der Realwirtschaft abzuwenden', so Kooths.

Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (preis-, saison- und kalenderbereinigt)

© DIW Berlin 2008


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