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Der Kennzahlenvergleich fur die 16 deutschen Groβstadte zeigt, dass im Jahre 2000 der
Anteil der Bedarfsgemeinschaften, die durch Arbeitsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt
aus dem Bezug ausgeschieden sind, zwischen den Groβstadten stark schwankt. Wahrend in
Bremen und Essen weniger als 15 Prozent aller Abganger durch Arbeitsaufnahme auf dem
ersten Arbeitsmarkt aus dem Bezug ausgeschieden sind, sind es in Nürnberg und Stuttgart
fast 30 vom Hundert. Hierin spiegelt sich sicherlich die unterschiedliche Situation auf den
regionalen Arbeitsmarkten wider. Auch die Bedeutung "gefôrderter" Arbeit unterscheidet
sich zwischen den Stadten: Wahrend in Bremen und Stuttgart nur etwa 5 Prozent der
Abganger den Bezug durch Hilfe zur Arbeit MaBnahmen beendeten, waren es in Essen fast
ein Viertel (con_sens 2001: 49).
Es zeigt sich also, dass die Aufnahme einer Erwerbstatigkeit und in geringerem Umfang
Einkommenssteigerungen neben dem Übergang in vorrangige Sicherungssysteme eine
bedeutende Rolle bei der Beendigung von Sozialhilfebedürftigkeit spielen. Gleichzeitig
scheint es unter der Rahmenbedingung hoher Arbeitslosenquoten schwer, die Sozialhilfe
über den Arbeitsmarkt zu verlassen.
2.2 Dauer des Sozialhilfebezugs
Aus dem Selbsthilfegrundsatz in § 1 II 2 des BSHG kann abgeleitet werden, dass die
Sozialhilfe "ihrer Intention nach nur eine vorübergehende staatliche Hilfestellung" und
keine "dauerhafte, attraktive Alternative zur materiellen Selbstversorgung" sein soll
(Schulte/Trenk-Hinterberger 1986: 107). Ein Indikator dafür, ob die Betroffenen aktive
Versuche unternehmen, die Sozialhilfe zu beenden und ob die Sozialhilfe Hilfe zur
Selbsthilfe ist und die Betroffenen darin unterstützt, schnell wieder auf eigenen Beinen zu
stehen, ist die Dauer des Sozialhilfebezugs.
Bis Ende der 1980er Jahre lagen allerdings kaum systematische Erkenntnisse über die Dauer
des Bezugs oder das AusmaB von Kurz- und Langzeitbezug vor. Dies anderte sich mit der
dynamischen Armutsforschung, die den Blick auf die zeitlichen Muster des
Sozialhilfebezugs lenkte: Haufigkeit und Dauer von Sozialhilfeepisoden, Einstiege in und
Ausstiege aus dem Sozialhilfebezug, Ursachen von Beginn und Ende des Sozialhilfebezugs
sowie Einflussfaktoren auf die Bezugsdauer wurden untersucht. Ein Grund für diesen
Perspektivenwandel war die Verfügbarkeit von neueren Langsschnittdatensatzen, die eine
Untersuchung von Sozialhilfeverlaufen ermoglichten.
Bei der Untersuchung der Dauer des Sozialhilfebezugs ist zwischen Querschnitt- und
Langsschnittbetrachtung zu unterscheiden. Bei einer Querschnittbetrachtung wird
ausgewiesen, wie lange Personen an einem bestimmten Stichtag bereits Sozialhilfe
beziehen. So standen nach den Ergebnissen der amtlichen Sozialhilfestatistik am Jahresende
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