Aktive Klienten - Aktive Politik? (Wie) Läßt sich dauerhafte Unabhängigkeit von Sozialhilfe erreichen? Ein Literaturbericht



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ergaben sich, je nachdem ob die Dauer einzelner Episoden oder die Gesamtdauer untersucht
wurde, die sich aus mehreren Episoden oder Bezugszeitraumen zusammen setzen kann,
nicht nur unterschiedliche Anteile von Kurz- und Langzeitbeziehern, sondern auch
unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Dauer (Buhr 1995; Golsch 1999). Dies verweist
auf das Problem des wiederholten Bezugs. Denn ein nicht unbetrachtlicher Anteil von
Hilfebeziehenden hat nach dem Ende einer Episode nach kürzerer oder langerer Zeit einen
weiteren Bezugszeitraum.

2.4 Ausmaβ und Ursachen von wiederholtem Bezug

Wie haufig kommt es zu wiederholtem Bezug und wovon hangt es ab, ob jemand nach einer
Unterbrechung erneut Sozialhilfe beziehen muss?

Nach den Ergebnissen der Bremer Langsschnittstudie hatten etwa 30 Prozent der
Zugangskohorte 1989 mindestens zwei Episoden. Bei den ansassigen Antragstellern lag der
Anteil der diskontinuierlichen Verlaufe mit 38 Prozent hoher (Buhr/Weber 1996: 19). Die
mittlere Dauer bis zum Beginn der zweiten Episode lag bei acht bzw. neun Monaten
(ebenda: 30).17

Die Erklarung von diskontinuierlichen Sozialhilfeverlaufen hat sich dabei insgesamt als
schwierig erwiesen: So fand Buhr (1995) für die Zugangskohorte 1983 heraus, dass sich
insbesondere die Bruttodauer als Maβ fur die Gesamtdauer des Bezugs einschlieβlich
Unterbrechungen schwerer erklaren lieβ als die Dauer einzelner Episoden. Auβerdem zeigte
sich, dass kontinuierliche Kurzzeitbezieher, also Bezieher die weniger als ein Jahr
Sozialhilfe ohne Unterbrechungen bezogen hatten, und diskontinuierliche Bezieher, auch
solche mit langerer Dauer, einander strukturell ahnlich waren:

Tabelle 2: Sozialstrukturelles Profil unterschiedlicher Verlaufstypen (Zugangskohorte
1983, Bruttodauer, in Prozent)

Merkmal

Kontinuierlicher

Bezug

Kurz mittel/ Sehr

lang    Lang

Diskontinuierlicher
Bezug
kurz/       Sehr

mittel/     Lang

lang

Alle

Falle

17 In der Verlaufsanalyse aus Wiesbaden (Brennecke u.a. 2001b) wird ein geringerer Anteil von
diskontinuierlichen Verlaufen ausgewiesen, wobei hier allerdings eine sehr enge Definition
zugrunde gelegt wurde: 3,5 Prozent der Sozialhilfebeziehenden wurden als "Pendler" (mindestens
drei Sozialhilfeepisoden im Untersuchungszeitraum, d.h. zwei Unterbrechungen von maximal
sechsmonatiger Dauer), 6,8 Prozent als "Wiedereinsteiger" nach langerer Unterbrechung (im
Untersuchungszeitraum mindestens zweimal fur 9 Monate oder langer nicht im Bezug)
klassifiziert (13 ff.). Auch durch die Konstruktion des Verlaufsdatensatzes wird Diskontinuitat in
Wiesbaden tendenziell unterschatzt (12).



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