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Àhnlich, aber auf anderer (naturphilosophischer) Ebene stellt sich das Bemij-
hen von RIEDL (1975) dar, Ordnung als "das Produkt aus Gesetzesgehalt und
Anwendung" (S. 327) zu quantifizieren:
(32)
wobei unter dem Gesetzesgehalt G die Zahl der nichtredundanten
Einzelereignisse bzw. -merkmale, der "Originale", und unter a die Anzahl der
gleichen Anwendungen (incl. Original), also der "Reproduktionen" verstanden
werden. Der Ordnungsumfang D im Sinne eines quantitativ-statistischen
Strukturbildes wâchst für eine Lebens^gemeinschaft also beispielsweise mit
der Anzahl der Arten als auch mit den Haufigkeiten der jeweiligen Individuen.
Ausgehend von diesem quantitativen Ordnungsbegriff und der Beobachtung
gegenlâufiger Tendenzen zwischen G und a Ieitet RIEDL einen Ordnungswert
Q ab, der sich nach
Q = G/a (33)
ermittelt, der mit der Zahl einzigartiger, also seltener Ereignisse steigt und mit
deren Reproduktion, also Vermassung sinkt - eine auch dem Okonomen nicht
fremde Wertvorstellung.
Der Ordnungswert soil also Ausdruck eines gegebenen (Stationaren)
Komplexitats- bzw. Strukturniveaus sein und seine Veranderung den
Llbergang zu hôheren Oder niederen Formen der Ordnung anzeigen: "Eine
Evolution der Ordnungswerte ist nun in der Organischen Struktur
gleichermaβen unverkennbar. Sie ist quer zur Zeitachse in allen
Ordnungsmustern nachweisbar. (...) Die organische Natur strebt also nicht
nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu hôherer Ordnung" (S. 328); in
Abb. 5.3. hat der Autor RIEDLs Kerngedanken hierzu zusammengefaβt.
Sieht man einmal von den Erfassungsproblemen ab, die mit solchen
Statistischen Strukturbildern verbunden sind, so besteht ihr quantitatives
Moment eigentlich nur darɪn, daβ Qualitaten gezahit und die Zahlwerte
mathematisch verknüpft werden. Die Bezifferung von Vorgangen erkiàrt aber
noch nicht die Vorgange seibst. Will man Strukturen, die nach Ansicht des
Autors Fluβ- und Balance-Beziehungen zwischen "potenten", Ieistungsfahigen
Elementen sind, tatsâchlich quantitativ erfassen, so geht dies nur in
Verbindung mit den Quantitaten der Eiemente. Insofern kônnen aile der oben
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