Konjunkturprognostiker unter Panik: Kommentar



Integration von Migranten: Ethnische Identitat bestimmt Okonomischen Erfolg

tion monetar belohnt, wahrend sie den Mannern
nicht schadet.

Die spanischen Zuwanderer haben mit 69 Pro-
zent die hochste Erwerbsbeteiligung und die
türkischen mit 48 Prozent die geringste. Beide
Gruppen haben die niedrigsten Einkommen,
wahrend Griechen die hochsten aufweisen. In
den Regimen Integration und Assimilation ist die
Erwerbsbeteiligung bei allen ethnischen Gruppen
hoch und bei Separierung und Marginalisierung
niedrig. Unter Integration ist die Beteiligung
nur bei den ehemaligen Jugoslawen und bei den
Spaniern deutlich hoher als unter Assimilation.
Separierte ethnische Gruppen sind besser betei-
ligt als die entsprechenden Ethnizitaten unter
Marginalisierung; nur bei Türken und Griechen
ist es umgekehrt. Separierung führt bei allen eth-
nischen Gruppen zu einem geringeren Einkom-
men als unter Marginalisierung. Assimilation ist,
okonomisch gesehen, immer besser als Margina-
lisierung, aber nur bei Italienern, Griechen und
Türken besser als bei Integration.

Nichtreligiose Migranten verdienen am besten;
Katholiken ahnlich wie die Muslime am schlech-
testen. Marginalisierung ist unter den religiosen
Migrantengruppen günstiger als Separierung.
Ein deutlicher Unterschied lasst sich jedoch
nur bei den Muslimen, sonstigen Religionen
und insbesondere den Nichtreligiosen feststel-
len. Katholiken, sonstige Christen und Muslime
stellen sich unter Assimilation besser als unter
Marginalisierung, bei den sonstigen Religionen
und den Nichtreligiosen ist es umgekehrt. In-
tegration zahlt sich nur bei den Nichtreligiosen
aus, im Vergleich zur Assimilation schadet sie
aber auch keiner anderen Gruppen. Integrierte
Nichtreligiose stellen sich interessanterweise fast
genau so gut wie marginalisierte.

Ethnische Identitat beeinflusst
Arbeitsmarkterfolg

Das Ausmaβ des Arbeitsmarkterfolgs hangt dem
Analyseansatz des DIW Berlin zufolge stark vom
Umfang des kulturspezifischen Humankapitals
und der ethnischen Identitat eines Zuwanderers
ab.4 Assimilierte Immigranten haben besonders
gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings
konkurrieren sie direkt mit den Einheimischen
und verfügen nicht mehr über ein kulturspezi-

4 Vgl. Constant, A. F., Gataullina, L., Zimmermann, K. F., a.a.O.;

Constant, A. F., Zimmermann, K. F.: Measuring Ethnic Identity and Its Im-
pact on Economic Behavior. Journal of the European Economic Associa-
tion, 6 (2008), 424-433; Constant, A. F., Roberts, R., Zimmermann K. F.:
Ethnic Identity and Immigrant Homeownership. Erscheint 2008 in
Urban Studies, Vol. 46, No. 11; Zimmermann, K. F.: Migrant Ethnic
Identity: Concept and Policy Implications. Erscheint 2008 in Ekonomia.

Tabelle 5

Durchschnittsverdienste nach ethnischer Identitat und
Nationalitat, Religion und Geschlecht

In Euro monatlich


Integration

Assimilation

Separierung

Marginali-
sierung

Insgesamt

Insgesamt

2 092

2 095

1 921

2 014

2 027

Frauen

1 447

1 347

1 231

1 373

1 351

Manner

2 518

2 539

2 327

2 421

2 454

Nationalitat

Türken

2 051

2 162

1 887

1 931

1 991

Ehemalige Jugoslawen

1 951

1 948

1 874

1 966

1 968

Griechen

2 254

2 409

2 056

2 361

2 213

Italiener

2 142

2 229

1 874

1 914

2 037

Spanier

2 038

2 013

1 865

1 900

1 980

Andere

2 175

1 967

2 056

2 120

2 054

Religion

Katholiken

1 942

2 046

1 811

1 871

1 941

Sonstige Christen

2 131

2 119

2 066

2 067

2 083

Muslime

2 047

2 060

1 891

1 935

1 970

Sonstige Religionen

2 150

2 120

1 962

2 163

2 100

Nichtreligiose

2 425

2 245

2 094

2 433

2 284

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.                                       DIW Berlin 2008


Tabelle 6

Erwerbsbeteiligung nach ethnischer Identitat und
Nationalitat, Religion und Geschlecht

In Prozent

Integration

Assimilation

Separierung

Marginali-
sierung

Insgesamt

Insgesamt

64,8

63,4

48,2

47,5

55,3

Frauen

54,4

50,5

35,6

36,0

43,1

Manner

74,1

74,6

60,9

59,7

67,1

Nationalitat

Türken

62,6

64,0

38,1

41,5

47,8

Ehemalige Jugoslawen

66,4

57,8

53,2

48,7

56,6

Griechen

73,1

74,0

48,8

52,8

59,5

Italiener

66,1

66,5

58,9

46,7

60,1

Spanier

75,0

70,9

67,8

60,0

69,4

Andere

60,9

61,1

58,2

55,3

59,5

Religion

Katholiken

65,8

65,8

59,4

49,6

61,0

Sonstige Christen

71,2

67,7

55,8

54,8

62,1

Muslime

61,6

60,6

38,3

40,5

46,9

Sonstige Religionen

63,4

56,0

48,8

53,2

55,6

Nichtreligiose

60,8

57,5

50,3

54,2

55,9

Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin.

DIW Berlin 2008


fisches Humankapital, das sie als Zusatzqualifi-
kation einbringen konnten. Demgegenüber kon-
nen integrierte Zuwanderer als unvollkommene
Substitute oder als Komplemente zu den ein-
heimischen Arbeitskraften agieren. Gleichzeitig
haben sie Zugang zu „ethnischen“ Markten und
somit bessere Chancen, als wenn sie assimiliert
waren. Separierte Immigranten sind begrenzt auf
ethnische Enklaven mit einer geringen Chance,
in das Aufnahmeland integriert zu werden und
dort zu Erfolg zu kommen. Sie tragen in manchen

Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 42/2008

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